Soll der Film die Veranstaltung zeigen oder den Auftritt bewahren?
Ein Eventfilm verdichtet eine Veranstaltung. Ein Konzertmitschnitt hält eine Aufführung über den vereinbarten Zeitraum durchgehend fest. Das klingt nach einer Frage der Filmlänge, verändert aber schon die Aufnahmeplanung: Für Highlights lassen sich verschiedene Programmpunkte sammeln; bei einem Mitschnitt muss die Aufführung jederzeit abgedeckt sein.
Ein Aftermovie ist eine mögliche Form des Eventfilms. Für ein Festival kann er Bühne, Publikum, Gelände und Atmosphäre miteinander verbinden. Wer dagegen einen einzelnen Song vollständig veröffentlichen möchte, braucht dafür einen gesonderten Aufnahme- und Tonplan. Schreiben Sie dieses Ziel ausdrücklich ins Briefing.
Eine Formatmatrix für die erste Entscheidung
Die folgende Matrix ist eine eigene Planungshilfe. Die Varianten sind keine Pakete mit festem Preis oder garantierter Besetzung. Sie zeigen, welche Fragen Sie bei einer Anfrage unterschiedlich beantworten müssen.
| Format | Was wird erhalten? | Vor dem Auftrag klären |
|---|---|---|
| Event-Highlightfilm | Ausgewählte Momente und ein verdichteter Ablauf | Welche Programmpunkte müssen im Film vorkommen? |
| Festival-Aftermovie | Eindruck des Festivals mit Bühne, Publikum und Umgebung | Welche Bühnen, Zeiten und Zugänge gehören zum Dreh? |
| Ein Song als Mitschnitt | Eine konkrete Aufführung von Anfang bis Ende | Wie werden Bildabdeckung und nutzbarer Live-Ton gesichert? |
| Durchgehender Konzertmitschnitt | Der vereinbarte Auftritt einschließlich Übergängen | Welche Kamera-, Ton- und Personalaufgaben laufen gleichzeitig? |
Was sich für Kamera und Ton ändert
Bei einem Highlightfilm kann eine Kamera zwischen Motiven wechseln, sofern der Ablauf das zulässt. Für eine durchgehende Aufnahme muss dagegen geklärt sein, welches Bild während eines Positionswechsels verfügbar bleibt. Zusätzliche Perspektiven bedeuten weitere Aufnahmequellen, Sichtung und Abstimmung; eine bestimmte Kamerazahl lässt sich aus der gewünschten Filmlänge allein nicht ableiten.
Auch beim Ton unterscheiden sich die Aufgaben. Musik für eine Montage ersetzt keine Aufnahme der tatsächlichen Performance. Eine Mischpultsumme, einzelne Instrumentenspuren und Raum- oder Publikumsaufnahmen liefern unterschiedliche Informationen. Welche Quellen vorhanden und für den Film brauchbar sind, wird mit der Tontechnik geprüft.
Eine Hauptfassung und weitere Ausgaben benennen
Ein langer Mitschnitt, einzelne Songs, ein kurzer Trailer und Hochformat-Ausschnitte sind verschiedene Schnittaufgaben. Nennen Sie für jede gewünschte Fassung Zweck, ungefähre Länge und Veröffentlichung. Wenn nur einzelne Ausschnitte gebraucht werden, muss nicht automatisch eine vollständige Langfassung fertiggestellt werden.
Klären Sie außerdem, wer Inhalte und Musik freigibt, welche Personen zustimmen müssen und wer das Feedback bündelt. Diese Fragen gehören früh in die Abstimmung, weil ein fertig geschnittener Film eine fehlende Freigabe nicht nachträglich löst.
So formulieren Sie eine prüfbare Anfrage
Hilfreich sind Datum, Location, Programm, gewünschtes Format und die Momente, die vollständig erhalten bleiben müssen. Ergänzen Sie vorhandene Technik, Ansprechpartner für Ton und Bühne sowie die geplante Nutzung. So lässt sich prüfen, ob ein kompakter Dreh ausreicht oder ein zusätzliches Team benötigt wird.
Sophias Eventfilm-Seite beschreibt den Einstieg für Veranstaltungsfilme. Für eine durchgehende Konzertaufzeichnung wird die konkrete Machbarkeit gesondert geprüft.